Zwei Themenbereiche standen im Mittelpunkt des zweiten Besuchs der 10-köpfigen mexikanischen Delegation vom 17. bis 31. August in Deutschland. In Berlin ging es unter Federführung des Spielwagen Berlin 1035 vor allem um Prozesse der fachlichen Begleitung von Gruppen- und Beratungsprozessen, etwa Teambuilding und Kollegiale Fallberatung, dies auch unter Aspekten des (Post-)Kolonialismus.
Dazu kamen Besichtigungen und die aktive Teilnahme an Programmen verschiedener Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit sowie des globalen Lernens.
Im Großraum Sindelfingen stand unter Programmleitung des Spielmobils Sindelfingen die aktive Erarbeitung von Spielen und Spielwelten im Mittelpunkt. Das Freiburger Spielmobil unterstützte mit einem Holzspielgerätebau-Workshop, der Spielpädagoge Ralf Brinkmann leitete durch einen Tag mit Spielketten rund um Demokratie und der bekannte Brettspielentwickler Jens-Peter Schliemann machte einen so guten Job, dass in Kleingruppen mehrere neue oder sehr abgewandelte Brettspielprototypen entstanden.
Unterstützt wurde Sindelfingen u.a. von Ein schöner Ort und Spiel-o-Top und Besuchseinrichtungen wie DER Institution für Kochen über offenem Feuer in Stegen und dem Spielegarten Villingendorf, indem die mexikanische Delegation das Nachmittagsprogramm mit mexikanischen Spielen und Pinatas bereicherte.
Selbstverständlich gab es auch ein attraktives Rahmenprogramm, z.B. mit Besuch der Tübinger Altstadt und einer Stocherkahnfahrt, dem Berliner Alexanderplatz und seinem Großstadtflair, aber auch eine mexikanische Fiesta.
Der heimliche Höhepunkt war aber wohl der Besuch der RitterSport- Schokoladenfabrik, was durchaus auch politisch interessant ist, denn Schokolade ist in Mexiko deutlich teurer als in Deutschland, obwohl der Kakao dafür überwiegend aus Mexiko stammt.
Die mexikanische Ludotecas- Szene ist in einem deutlichen Prozess der Professionalisierung und auch Differenzierung und hat vom Besuch der deutschen Delegation im Vorjahr einen Schub vor allem auch bei der Ausbildung und der Entwicklung spielpädagogischen Know Hows mitnehmen können.
Die heimische Szene profitierte von einem sehr ganzheitlichen Blick auf Gemeinwesen und Sozialarbeit, Spielen mit viel Rhythmus und Gesang und einer umfassenden Kompetenz der Improvisation. Heimlicher Höhepunkt war hier das Spiel La Lavadora.